Mosambik

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Staat und Verwaltung

Offizielle Bezeichnung portugiesisch: República de Moçambique; deutsch: Republik Mosambik
Unabhängigkeit 25. Juni 1975 (von Portugal)
Fläche 801.590 qkm (inkl. Binnengewässer)
Landesnatur ausgedehntes Tiefland an der Küste (44%), niederes (17%) und mittleres Plateau im Norwesten (26%), Bergland im Westen (13%); tropisches bis subtropisches Klima
Höchste Erhebung Monte Binga, Provinz Manica (2.436 m)
Küste 2.470 km (Sümpfe, Delta, Lagunen, Sand)
Umweltprobleme Dürren, Zyklone und Fluten; Entwaldung (Brennholz und Edelholzeinschlag), Kriegsfolgen, Elefantenjagd, Küstenerosion
Einwohnerzahl 18.811.731
Bevölkerungsdichte 24 Einwohner pro qkm Landfläche
Hauptstadt Maputo (ca. 1 Mio. Einw.)
Landessprachen Portugiesisch (Amtssprache), Makhuwa (26,3%), Changana (11,4%), Lomwe (7,9%), Cisena (7%) u.a.
Religionen Indigene Religionen (60%), Protestanten (26%), Katholiken (24%), Muslime (18%)
Staatsform Parlamentarische Republik; Mehrparteiendemokratie
Wahlrecht Allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren; Wahl alle fünf Jahre; Verhältniswahlrecht
Exekutive Staatspräsident: Armando Guebuza (seit Dezember 2004); Ministerpräsidentin und Regierungschefin: Luisa Diogo (seit Februar 2004); Präsident vom Volk für fünf Jahre gewählt, Ministerpräsident vom Präsidenten ernannt
Legislative Einkammernparlament (Nationalversammlung) mit 250 Sitzen, alle fünf Jahre vom Volk gewählt
Parteien Frente de Libertacao de Mocambique (FRELIMO; Regierungspartei, 160 Abgeordnete seit Wahlen Dezember 2004); Resistencia Nacional de Mocambique (RENAMO; frühere Guerillabewegung, 90 Sitze im Bündnis mit kleineren Parteien) u.a.
Rechtssystem Portugiesisches (angepasstes) Zivilrecht, traditionelles Recht
Justiz Oberstes Gericht (Tribunal Supremo), Richter teilweise vom Parlament gewählt, teilweise vom Präsidenten berufen
Verwaltungsgliederung 11 Provinzen (einschl. der Hauptstadt Maputo) mit Gliederung in Distrikten: Maputo, Maputo Cidade, Gaza, Inhambane, Sofala, Manica, Tete, Zambézia, Nampula, Niassa, Cabo Delgado; nach Verwaltungsreform bislang 33 Städte und Gemeinden
Internationale Mitgliedschaften Vereinte Nationen und Unterorganisationen; Afrikanische Union (AU), Entwicklungsgemeinschaft SADC; Handelsgemeinschaft COMESA; Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP); Welthandelsorganisation (WTO); Internationaler Währungsfond (IMF) und Weltbank
Internationale Länderkategorien LDC - Status
(7 der 14 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed Countries - "am wenigsten entwickelte Länder" - und bekommen besondere Mittelzuwendungen)
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Wirtschaft

Währung 1 Metical (MT) = 100 Centavos
Wechselkurs 1 € = 18.932 MT / 1 US$ = 25.350 MT (Dezember 2004)

Export / Importgüter
- Wichtige Exportgüter Aluminium (53%), Treibstoffe (17,8%), Garnelen, Cashewnüsse, Baumwolle, Zucker, Holz, Granit, Elektrizität
- Wichtige Importgüter Maschinen und Ausrüstung (50%), Konsumgüter, Kleidung, Mineralien

Wichtige Handelspartner
- Export Belgien 26%; Südafrika 14,4%; Italien 9,6%; Spanien 9,5%; Deutschland 8,3%
- Import Südafrika 26,3%, Australien 9,2%, USA 3,9%; Portugal 3,9%; Indien 3,7%

Infrastruktur
- Eisenbahn 3.271 km
- Straßen 30.400 km (davon 5.685 km befestigt)
- Flugplätze 158 (davon 22 mit befestigter Landebahn)
- Häfen Maputo, Beira, Nacala, Inhambane, Pemba, Quelimane

Weitere wirtschaftliche Indikatoren siehe Ländervergleich Wirtschaft
Soziale Indikatoren siehe Ländervergleich Soziales

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Chronologie

Vor- und Frühgeschichte
ca. 3000 v. Chr. Spätestens seit dieser Zeit ist die Existenz von paläolithischen Jäger- und Sammlergruppen auf dem Gebiet des heutigen Mosambik bekannt. In kleinen Familienverbänden durchstreiften sie das Land und entwickelten über Jahrhunderte hinweg eine Art Halbnomadentum mit beginnendem Ackerbau.
ca. 300 n. Chr. Die paläolithische Kulturen werden durch Ackerbau und Viehzucht betreibende Bantu-Völker zurückgedrängt, die bereits Eisen verarbeiten. Die Bantu assimilieren die ansässigen Volksgruppen oder verdrängen sie in unwirtliche Siedlungsräume.
9./10. Jh. Ein ausgeprägtes Küstenhandelsnetz bildet sich am Indischen Ozean. Die Hafenstädte gewinnen eine Mittlerfunktion im Gold-, Elfenbein und Sklavenhandel zwischen Binnenstaaten und anderen Staaten am Indischen Ozean. Arabische Kaufleute lassen sich in den Hafenstädten (Sofala, Quelimane, Angoche, Ilha de Moçambique) nieder.
13. bis 15. Jh. Blütezeit des Monomotapa-Reiches (Mwene Mutapa) und des Handels über mosambikanische Hafenstädte mit Indien und China. Das Monomotapa-Reich, das bis zum 18. Jahrhundert besteht, erstreckt sich über ein riesiges Territorium, das vom Südufer der Sambesi bis zum Save und in das heutige Simbabwe hineinreicht und zahlreiche ethnische Gruppen zu einem staatenähnlichen Gebilde zusammenfasst. Es gibt bereits eine fortgeschrittene Arbeitsteilung, der tributgebundene Staat besitzt ein Heer, eine Polizei und eine Art Steuerbehörde. Die Dorfgemeinschaften müssen monatlich sieben Tage für den Staat arbeiten.
Seit 1600 expandieren die Marave-Staaten nordöstlich des Monomotapa-Reiches in ein weites Gebiet zwischen Sambesi, Nyassa-See und dem Indischen Ozean. Auch hier hat die Aristokratie das Monopol über den Handel vorwiegend mit Eisen inne und beruft sich auf eine göttliche Macht.

Europäische Landnahme und Kolonisierung
1498 Eine portugiesische Handelsflotte unter Vasco da Gama landet auf dem Weg nach Indien in der Delagoa-Bucht (Maputo) und errichtet einen Handelsstützpunkt.
16./17. Jh. Der Verfall der Binnenreiche im Südlichen Afrika beginnt. Das Monomotapa-Reich wird u.a. wegen der reichen Goldvorkommen unter die portugiesische Krone gesetzt. Die portugiesische Siedlungspolitik versucht, eine halbfeudale Plantagenwirtschaft unter Ausnutzung afrikanischer Sklavenarbeit (Prazos-System) zu etablieren.
1752 Mosambik wird portugiesische Kronkolonie (Generalgouvernement). Der arabisch-portugiesische Vertrag legt die heute gültige Landesgrenze am Rio Rovuma in Cabo Delgado fest.
18./19. Jh. Sklaven werden zum wichtigsten Handelsgut der europäischen Kolonien. Schätzungen gehen von einer Gesamtzahl der exportierten Sklaven von 0,4 bis 2,8 Mio. aus. Bis heute sind Teile der Provinzen Niassa und Cabo Delgado weitgehend entvölkert. Ab 1870 geht der Sklavenhandel zurück, doch trotz Verbots werden bis 1912 Sklaven exportiert.
um 1820 Gründung des Gaza-Reiches durch Soshangane im Süden Mosambiks. Es erstreckt sich vom heutigen Maputo bis zum Sambesi. Soshanganes Thronfolger Gungunhana wird zum größten Feind der Portugiesen.
ab 1884/85 Nach der Berliner Kongo-Konferenz wird das gesamte Territorium durch Portugal militärisch besetzt.
1891 Trotz aller Versuche einer "echten" Kolonisierung liegt die Kontrolle über das Land in den Händen ausländischer Firmen. Rund ein Drittel des nationalen Territoriums wird als Konzession an die englischen Gesellschaften Niassa Company, Mozambique Company oder die British Sena Sugar Estates vergeben.
1896 Der antikoloniale Widerstand des Gaza-Reiches unter Gungunhana wird militärisch gebrochen.
1904 Barué-Aufstand gegen die Kolonisierung
1914-1918 Zehn Mosambikaner sterben im Kampf gegen das von Deutschland besetzte Tanganyika.
1926 Antonio Salazar putscht sich in Portugal an die Macht. Das Mutterland erhält das Handelsmonopol. Salazars Großmachtträume führen zur Einführung von Zwangsanbau von Baumwolle und Reis, Zwangsarbeit (chibalo) im Straßenbau und für Eisenbahnen, Kopf- und Hüttensteuern, Unterdrückung freier Meinungsäußerung, Erschießungen ohne Gerichtsverfahren und zu zahlreichen anderen Repressionen gegen die afrikanische Bevölkerung. Erst in dieser Zeit gelingt es Portugal, in allen Teilen Mosambiks präsent zu sein. Mit Unterstützung kooptierter oder eingesetzter traditioneller Führer zwingt die Kolonialmacht die Landbevölkerung zur Einhaltung der Gesetze.
1928 Mit der Südafrikanischen Union wird ein Vertrag über Wanderarbeiter aus Mosambik abgeschlossen.
1952 Die Kolonie Mosambik wird zur "Überseeprovinz" deklariert

Vom Widerstand zur Unabhängigkeit
Juni 1960 Am 16. Juni verüben die Portugiesen Mueda (Cabo Delgado) ein Massaker an der Bevölkerung. 600 unbewaffnete Demonstranten werden von portugiesischen Truppen erschossen. Das Massaker wird später als Beginn des Befreiungskampfes gesehen.
1962 Mit Unterstützung Julius Nyerere, dem ersten Präsidenten im unabhängigen Tansanias, schließen sich im Juni in Daressalam drei Widerstandsgruppen zur Frelimo (Frente de Libertacao de Mocambique) zusammen. Ihr Präsident wird Eduardo Mondlane aus der Gaza-Provinz.
September 1964 Ein Frelimo-Angriff auf eine portugiesische Garnison in der Nordprovinz Cabo Delgado läutet am 25. September den bewaffneten Befreiungskampf ein.
Februar 1969 Am 3. Februar wird der Frelimo-Präsident Eduardo Mondlane durch eine Briefbombe getötet. Der ebenfalls aus Gaza stammende Samora Machel tritt seine Nachfolge an.
April 1974 24. April: Mit einem Staatsstreich durch junge Offiziere um den Sozialisten Mario Soares, die so genannte "Nelkenrevolution", wird Portugals Diktator Caetano gestürzt. Die neue Regierung in Lissabon will sich schnell von ihren Kolonien trennen und es werden Verhandlungen mit der Frelimo aufgenommen.

Unabhängigkeit - Die Volksrepublik Mosambik
September 1974 Das Abkommen von Lusaka vom 7. September regelt die friedliche Übergabe Mosambiks an eine Frelimo-geführte Regierung. Eine Übergangsregierung übernimmt die Macht.
25. Juni 1975 Proklamation der Unabhängigkeit Mosambiks. Erster Präsident wird Samora Moises Machel.
1975/1976 Das Erziehungs-, Gesundheits- und Rechtswesen sowie der Mietshäuser werden verstaatlicht. Die Hauptstadt Lourenço Marques wird in Maputo umbenannt.
1976 Mosambik beschließt Sanktionen gegen die weiße Minderheitenregierung in Rhodesien. Als Reaktion finden bald erste Angriffe der rhodesischen Armee sowie der vom rhodesischen Geheimdienst gegründeten MNR (später Renamo, Resistencia Nacional de Mocambique) statt.
Februar 1977 Auf ihrem Dritten Kongress erklärt die Frelimo sich zur marxistisch-leninistischen Avantgardepartei.

Destabilisierung und Bürgerkrieg
1980 Nach der Unabhängigkeit Simbabwes werden die MNR/Renamo-Angriffe vorübergehend eingestellt. Südafrika übernimmt die Unterstützung der Renamo und baut sie für seinen Destabilisierungskrieg gegen die sozialistische Regierung aus.
Januar 1981 Südafrikanische Kommandoeinheiten überfallen den Maputo-Vorort Matola. 20 Menschen werden dabei getötet.
1983 Im Mai bombadieren südafrikanische Flugzeuge Vororte von Maputo, in denen sie ANC-Mitglieder vermuten.
In der umstrittenen "Operation Produktion" deportiert die Frelimo Arbeitslose von den Städten aufs Land im Norden Mosambiks. Ganze Familien werden getrennt, ihre Rückführung erfolgt erst 20 Jahre später.
März 1984 Nach starkem Druck aus Südafrika schließt Präsident Machel einen Nichtangriffspakt mit dem Apartheidstaat (Nkomati-Abkommen). Südafrika schickt zuvor noch etliche Renamo-Kämpfer über die Grenzen nach Mosambik und bricht den Vertrag später immer wieder.
Im selben Jahr tritt Mosambik dem Internationalen Währungsfond und der Weltbank bei.
Oktober 1986 Am 19. Oktober kommt Samora Machel bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ein Mordanschlag Südafrikas gilt als wahrscheinlich. Sein Nachfolger wird Joaquim Alberto Chissano, der frühere Außenminister.
1987 Einführung des Strukturanpassungsprogramms PRE und Abkehr von der Planwirtschaft als Wirtschaftsmodell. Die "Invasion" Mosambiks durch internationale Hilfsorganisationen beginnt.
Juli 1987 Bilder vom Massaker von Homoine schrecken nicht nur die mosambikanische Öffentlichkeit auf. Bald darauf nimmt die Regierung erste Kontakte mit der Renamo zur Vorbereitung direkter Friedensgespräche auf. Eine Amnestie für Renamo-Soldaten wird beschlossen.

Frieden und Demokratisierung
November 1990 Das Parlament verabschiedet eine neue demokratische Verfassung, die ein Mehrparteiensystem sowie die Trennung von Staat, Partei und Militär vorsieht.
Okt./Dez. 1992 Nach zweijährigen zähen Verhandlungen, die von der Gemeinschaft San Egidio vermittelt wurden, wird am 4. Oktober in Rom ein Friedensabkommen unterzeichnet.
Im Dezember beschließt der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Entsendung von Friedenstruppen (Unomoz).
1992-94 Die Rückführung von rund 1,5 Mio. Flüchtlingen und 3 Millionen intern Vertriebenen (deslocados) sowie die Demobilisierung von 110.000 Soldaten beider Seiten wird vorangetrieben.
Oktober 1994 Im Oktober finden die ersten freien Präsidentschafts- und Parlamentswahlen Mosambiks statt. Sie stehen unter internationaler Beobachtung und werden als frei und fair eingestuft. Chissano und die Frelimo gehen als Sieger hervor. Während die Frelimo die Süd- und Nordprovinzen gewinnt, kann sich die Renamo in den Zentralprovinzen durchsetzen. Gleichwohl berücksichtigt dort Präsident Chissano die Opposition bei der Ernennung der Gouverneursposten nicht.
Dezember 1996 Eine Verfassungsänderung über eine kommunale Neugliederung wird verabschiedet.
Dezember 1997 Das Gesetz zur Neuregelung der Landnutzung tritt in Kraft.
Juni 1998 In 33 Städten und Gemeinden werden Kommunalwahlen abgehalten. Die Renamo boykottiert die Wahlen.
Dezember 1999 Die zweiten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen bestätigen die Frelimo-Mehrheit sowie die Renamo-Hochburgen im Zentrum des Landes.
Frühjahr 2000 Zu Beginn des Jahres erlebt Mosambik eine Jahrhundertflutkatastrophe, die durch die Zyklone "Eline" und "Gloria hervorgerufen wird. Die Bilder von Rettungsaktionen gehen durch die Welt und bescheren dem Land eine beispiellose Hilfswelle.
  Präsident Chissano ernennt im Juli neue Provinzgouverneure, wieder bleibt die Renamo unberücksichtigt. Demonstrationen gegen die Regierung führen im November zu blutigen Zusammenstößen in mehreren Orten.
November 2000 Der bekannte Journalist Carlos Cardoso, der den Korruptionsskandal im Bankensektor aufgedeckt hat, wird am 22. November ermordet. Die Täter werden in Kreisen vermutet, die bis in die Regierung hineinreichen.
Juni 2002 Armando Guebuza wird von der Frelimo zum Generalsekretär und potenziellen Nachfolger Präsident Chissanos gekürt, der bei den nächsten Wahlen nicht mehr antreten will.
Februar 2003 Der viel beachtete Prozess gegen die Mörder von Carlos Cardoso endet im Februar mit hohen Haftstrafen für alle sechs Angeklagten. Der von den Medien übertragene Prozess erhöht das Ansehen der Justiz.
April 2003 Das Parlament verabschiedet ein neues Familiengesetz, das die Rechte der Frau stärken soll.
November 2003 Am 19. November finden in 33 Städten und Gemeinden erneute Kommunalwahlen statt. Die regierende Frelimo geht als klarer Gewinner aus den Wahlen hervor. Die oppositionelle Renamo stellt zum ersten Mal Bürgermeister in fünf Städten, darunter in der zweitgrößten Stadt Beira. Unabhängige Kandidaten und kleine Parteien spielen kaum eine Rolle.
Februar 2004 Präsident Chissano ernennt die international anerkannte Fachfrau Luisa Diogo zur neuen Premierministerin. Sie tritt die Nachfolge von Pascoal Mucumbi an, der nach zehn Jahren im Amt zurückgetreten ist und im Mai das Amt des Hochkommissars in einer neu geschaffenen internationalen Gesundheitsbehörde (EDCTP) antritt. Bis zu den Wahlen, die auf den 3. Dezember terminiert wurden, bleibt Luisa Diogo gleichzeitig auch Finanzministerin des Landes. Mit der Übergabe des Premierministeramtes an Diogo zeichnet sich ein Generationswechsel in der mosambikanischen Politik ab.
Dezember 2004 Die Frelimo gewinnt die dritten Parlamentswahlen im Dezember. Ihr Kandidat Armando Guebuza setzt sich bei den Präsidentschaftswahlen klar gegen Afonso Dhlakama (Renamo) durch und tritt die Nachfolge von Präsident Joaquim Chissano an, der nicht mehr kandidierte. Die Frelimo kann die Provinzen Tete, Niassa und Nampula von der Renamo zurückgewinnen. Diese spricht von Wahlbetrug.
Februar 2005 Am 2. Februar 2005 tritt Armando Guebuza sein Amt als neuer Präsident Mosambiks an. Seine ersten Maßnahmen gelten der Bekämpfung des "Schlendrians" in Politik und Bürokratie. Zudem will er gezielter gegen Korruption vorgehen.
November 2006 Das Parlament beschließt einstimmig eine Gesetzesvorlage zur Einführung von direkt gewählten Provinzparlamenten. Die Wahl müsste laut Verfassungänderung von 2004 vor Februar 2008 stattfinden.
Im gleichen Monat hält die Frelimo ihren 9. Kongress in Quelimane ab. Guebuza wird als Parteivorsitzender bestätigt und geht ebenso wie die Partei, die sich die Bekämpfung der absoluten Armut zum vorrangigen Ziel gesetzt hat, gestärkt aus dem Parteitag hervor.
Februar 2008 Am 5. Februar erlebt die mosambikanische Hauptstadt Maputo zum ersten Mal einen Aufstand der Armen. Auslöser für die Straßenkämpfe sind drastige Fahrpreiserhöhungen für die täglichen Minibusse (chapas). Die Polizei setzt Gummigeschosse und Tränengas, aber auch scharfe Munition ein. Drei Tote und 268 Verletzte sind zu beklagen. Noch am gleichen Abend einigen sich sich die Regierung und das Transportunternehmen, die Fahrpreiserhöhung zurückzunehmen.
März 2008 Präsident Guebuza bildet sein Kabinett um. Die Ministerien für Verteidigung (Filipe Nhussi), Auswärtiges (Oldemiro Baloi), Umwelt (Alcinda Abreu, zuvor Außenministerin), Transport (Paulo Zucula) und Justiz (Maria Benvinda Levi) werden neu besetzt. Mit der Umbildung will der Präsident mehr Effektivität in die Regierungspolitik bringen.
April 2008 Im Zuge der Kommunalreform werden zehn weitere Ortschaften bestimmt, welche einen Munizipal-Status erhalten sollen. Damit steigt die Zahl der Munizipalitäten auf 43. Die nächsten Kommunalwahlen, die ursprünglich für Dezember 2007 angesetzt waren und dann verschoben wurden, stehen am 9. November 2008 an.
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